Interview

Das Original Interview findest Du bei Mara Telling:

https://marathelling.de/marlene-antje-riederer-mondfee-raeucherwerk-im-interview-zu-gast-bei-mara-thelling/

Liebe Marlene, liebe „Mondfee“,

ich freue mich sehr, dich heute bei mir im Interview begrüßen zu können. In unserem Gespräch soll es ja vor allem um dich, um deinen tollen Mondfee Shop (Mondfee Räucherwerk, energetisches Räuchern mit Weihrauch, Räucherharzen und Räucherkräutern) und ums praktische Räuchern gehen, welches gerade jetzt in der Herbst- und Winterzeit immer wieder eine Renaissance erlebt.

Ich persönlich habe noch gar nicht so viel Erfahrung mit dem Räuchern, finde es aber immer schon spannend und habe auch schon einige Räucherstäbchen ausprobiert. Was ich immer schon einmal machen wollte, mir die nötigen Utensilien zum Selbsträuchern kaufen und mir mal ein paar wichtige Grundinformationen zusammenzutragen.

Dahingehend richtet sich auch meine erste Frage:

Was braucht man denn alles so, wenn man das erste Mal räuchern will? Vielleicht kannst du mir auch eine kleine Liste zusammenstellen, was ich mir alles kaufen sollte. Und wie wird denn geräuchert?

 Liebe Mara, ich freue mich auch bei Dir zu sein. Danke für die Einladung!

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten um zu Räuchern, wozu man auch immer unterschiedliche Sachen benötigt.

Das eine ist das klassische Räuchern auf Räucherkohle, das andere ist eine sanftere Variante – das Räuchern auf einem Räuchersieb.

Auf Räucherkohle haben seit Ewigkeiten unsere Vorfahren geräuchert. Man hat einfach ein wenig Kohle aus dem Feuer oder Ofen in eine feuerfeste Schale gegeben und Harze oder Kräuter darauf gelegt.

Mittlerweile gibt es praktische Räucherkohle mit einem Zünder drinnen, meist Salpeter, damit sie gut anzumachen geht.

(1) Man nimmt also eine Kohletablette, stellt sie in ein Räuchergefäß, in welches man eventuell auch etwas Sand als Isolierung gibt und zündet sie an.

(2) Jetzt „britzelt“ sie und entzündet sich. (Dazu stelle ich die Schale gern vors Fenster, denn das riecht nicht ganz so gut.)

(3) Nach ca. 2 Minuten wird die Kohletablette ringsum etwas weiß und glüht durchgängig.

(4) Dann kann man anfangen Räucherwerk aufzulegen, am besten immer ein paar Körnchen. Und wenn es verkohlt ist, schiebt man es runter und legt (eventuell) etwas neues Räucherwerk nach.

Das ist „richtiges“ Räuchern. Das heißt, es raucht auch ganz schön.

Man kann sehen wie sich eine Transformation vollzieht und wir können uns vorstellen, dass unsere Gebete mit dem Rauch aufsteigen.

So empfinde ich das Räuchern mit Kohle auch als ein Rituelles Räuchern. Es begleitet Gebete, Rituale und hat einen zeremoniellen Charakter, auch weil man sich dafür etwas Zeit nehmen muss.

 EINKAUFSLISTE – WAS MAN ZUM RÄUCHERN AUF RÄUCHERKOHLE BENÖTIGT:

Also Du brauchst ein Räuchergefäß, etwas Sand, Räucherkohle und Räucherstoffe. Dazu vielleicht eine Zange mit der man die Kohle gut handhaben kann, ein Weihrauchbesteck oder Löffelchen für das Räucherwerk. Schön ist auch eine Feder zum Verteilen des Rauches.

Dann gibt es das relativ neue Räuchern auf einem Räuchersieb. Das gefällt mir persönlich besonders in der Wohnung richtig gut.

Es entsteht dabei nicht so viel Rauch und auch die zarteren Räucherpflanzen, wie z. B. Blüten verbrennen nicht so schnell, sondern geben ihren Duft langsam frei. Das Prinzip ist das Gleiche wie beim Verdampfen von Ätherischen Ölen.

 EINKAUFSLISTE – WAS MAN ZUM RÄUCHERN AUF EINEM RÄUCHERSIEB BENÖTIGT:

 (1) Eine Duftlampe mit Teelicht und statt der Schale für Ätherische Öle kommt ein Räuchersieb auf die Lampe.

(2) Das Räucherwerk wird dann oben auf das Sieb gelegt, es wird durch die Kerze erwärmt und duftet. Je nachdem wie groß der Abstand zwischen Kerze und Räuchersieb ist, raucht es etwas mehr oder fast gar nicht. So wird das Räuchern ein schöner Alltagsbegleiter.

Man braucht als nur eine Duftlampe und ein Räuchersieb und die schon oben genannten Räucherstoffe und das Zubehör …

  

Auf deiner Webseite findet man sehr viele Hinweise darüber, welche Wirkung bestimmte Räucherharze haben. Was meinst du, ist es wirklich so wichtig sich darüber Gedanken zu machen und welches Räucherharz würdest du mir als Anfängerin im Räuchern empfehlen?

Ja ich glaube schon, dass es sinnvoll ist sich zumindest ein wenig Gedanken darüber zu machen. Die Frage ist vielleicht: warum möchte ich räuchern? Es hat ja meistens einen Grund.

So suche ich vielleicht nach Wohlbefinden, möchte meine Räume reinigen, bin traurig und suche Trost oder will abends einfach entspannen. Und damit habe ich auch schon eine ungefähre Idee was ich für eine Wirkung suche.

Räucherharze haben eine ganz verschiedene Wirkung auf uns und unser Empfinden. Jede Pflanze hat ein eigenes Wesen, einen eigenen Charakter, den viele erspüren können und der sich uns beim Räuchern vor allem durch den Duft zeigt.

GEBORGENHEIT

Wenn wir zum Beispiel etwas vanillig Süßes riechen, dann fühlen wir uns geborgen und getröstet. Es ist so ein Babyduft. Die Muttermilch und Brustwarze riechen auch leicht vanillig.
Wir koppeln uns an dieses Gehaltenwerden an und können auch eventuelle Defizite mit natürlichen Vanilledüften ausgleichen.
Benzoe, Styrax oder Tolubalsam wären da geeignet.

ZUR RUHE KOMMEN

Auch die erdigen Düfte finde ich ganz wichtig. Gerade in unserer schnellen Zeit helfen sie uns zur Ruhe zu kommen und uns wieder mehr selbst zu spüren, als Wesen in einem Körper. Sie bringen Erdung und Präsenz sowie Verbundenheit mit sich selbst.
Dazu ist vor allem Guggul, Galbanum, Myrrhe oder Opoponax geeignet.

ERFRISCHEN

Dann gibt es noch die eher frischen geistöffnenden Harze, die uns mit der Lichthaftigkeit, der Seelenfamilie, dem Spirituellen verbinden.
Das wären unter anderem Weihrauch, Copal, Elemi und Dammar.

ERNEERGETISCH REINIGEN

Und die energetische Reinigung ist auch ganz wichtig. Die Bäume produzieren die Harze ja vorwiegend zur Heilung von Wunden und zum Schutz vor äußeren Einflüssen. Viele wirken desinfizierend und der Rauch wirkt dann auch so.
Weihrauch, Copal und unsere einheimischen Harze von Fichte und Kiefer sind da sehr starke Helfer.

TIPP: Vielleicht fängst Du mit 3 oder 4 verschiedenen Harzen an und probierst mal ein wenig aus, wie sie Dir gefallen und wie es Dir mit ihnen geht. Ein einziges Räucherharz oder Räuchergut zu nennen, fällt mir schwer.

  

Besonders schön finde ich deine Räuchermischungen, mit den wohlklingenden Namen „Seelentröster, „Harmonie“ oder „Liebeszauber“. Kannst du mir zu diesen Räuchermischungen noch etwas mehr erzählen? Mischst du sie selbst zusammen und wie findest du die richtigen Zutaten?

Ja gerne, die Räuchermischungen sind mir ein besonderes Anliegen. Vielleicht habe ich wegen ihnen damals angefangen Räucherwerk zu verkaufen…

Ich stelle alle Mischungen nach eigenen Rezepten zusammen. Es sind alles Themen, die ich auch selber „beräuchert“ haben wollte.

Ich hab mir vorgestellt, wie ich mich mit diesem Thema im besten Falle fühlen möchte und habe die passenden Pflanzen dazu gerufen.

Ich gehe in die Stille und verbinde mich und sie zeigen sich dann. Es ist mir von Anfang an leicht gefallen und das ist immer ein gutes Zeichen! Mir ist sehr wichtig, das die beteiligten Pflanzen gut zusammen passen, sich „verstehen“, könnte man sagen und auch, dass ihr Duft zu einander passt und ein harmonisches Ganzes ergibt.

Der Seelentröster ist eindeutig der Bestseller, er ist ganz fein warm – süß und umhüllt sanft (man räuchert ihn am besten auf dem Räuchersieb). Man fühlt sich tatsächlich gut gehalten, als ob alle Sorgen mit einem Seufzer dahin schwinden.

Tatsächlich erwische ich mich immer einmal, wie mir ein tiefer Seufzer entrinnt, wenn ich einen gerade passenden Duft in die Nase bekomme. Er geht sofort tief in mein System und macht etwas mit mir, ohne dass ich es gleich benennen kann.

Rein körperlich-technisch heißt das: die Duftrezeptoren in der Nase sind Gehirnzellen, die einzigen die direkten Kontakt mit der Außenwelt haben, sie leiten den Duftimpuls tief in den Hinterkopf ins Unbewusste Limbische System und setzen dort einen Impuls: beruhigend, anregend, gefällt mir, uäh gruselig … Es passiert ganz spontan. Und erst danach wird das Großhirn eingeschaltet und fängt an zu werten oder Erinnerungen wach zu rufen. Das funktioniert bei uns allen ziemlich gleich. Doch was uns gefällt, ist recht unterschiedlich. Jeder hat eben seine eigene Geschichte, die an andere Düfte gekoppelt ist. Das ist ein spannendes Feld, da könnte ich noch `ne Weile weiter erzählen…

Meine Räuchermischungen begleiten ja ganz unterschiedliche Themen und durch die Vielfallt der jeweils beteiligten Pflanzen ist die Wirkung auch oft weit. Sehr spannend finde ich das bei der Inspiration.

Ich habe etwas gesucht, um anstrengende Gespräche zu begleiten, wenn etwas unlösbar oder unvereinbar erscheint. Es geht also auch viel um Transformation, um Kreativität, Mut den eigenen Standpunkt in Frage stellen… All dies habe ich mit den passenden Räucherpflanzen in die „Inspiration“ gemischt.

Auch der Liebeszauber ist nicht einfach nur lieblich, erotisch und verbindend. Es kann auch schwierig sein sich auf die Nähe mit jemandem einzulassen und das ist auch Thema beim Liebeszauber…

 

Auf deiner Internetseite habe ich ein schönes Video zur „Aura-Reinigung mit Salbei und Feder nach Lakota-Tradition“ gefunden. Dieses Video würde ich gern mit meinen Lesern teilen und es in unser Interview mit einbinden. Kannst du mir dennoch darüber noch etwas mehr berichten? Wer hat dich dieses Ritual gelehrt? Wann empfiehlst du es anzuwenden? Ist es für jeden geeignet? Verwendet man dazu nur Salbei oder kann man noch andere Kräuter hinzumischen? Gibt es einen speziellen Ablauf?

Die Aura-Reinigung finde ich tatsächlich sehr wichtig. Sie hat eine Wende in meinem Leben hervorgerufen.

Gelernt habe ich sie vor vielen Jahren von meiner lieben Freundin der Medizinfrau Alicia Hamm. Sie wurde bei den Lakota Indianern ausgebildet und initiiert. Sie sagte damals: „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ihr Überleben könnt, ohne Euch regelmäßig sauber zu machen!“ und mittlerweile sehe ich das auch so.

Wir haben alle unser Energiefeld um uns herum und wenn wir uns begegnen, findet auch in diesen Feldern eine Begegnung und ein Austausch statt. Dieser kann schön oder unangenehm sein, aber wie auch immer nach einer Weile ist das Feld voll von allen möglichen Begegnungen.

Ich merke es daran, dass ich nicht mehr so klar bin, mich unwohl fühle und chaotische Gedanken bekomme.

Spätestens dann mache ich die Aurareinigung. Aber auch bevor ich zu einem wichtigen Termin gebe oder von einem anstrengenden Termin zurückkomme. Auch wer in der Arbeit viel Kontakt mit anderen hat, sollte sich immer wieder Reinigen. Es ist so ein bisschen wie Händewaschen, das macht man doch auch immer wieder und es fühlt sich damit besser an.

Grundsätzlich kann die Aurareinigung jeder machen. Schön ist es auch, wenn man es gegenseitig macht und einer sich ganz aufs loslassen konzentrieren kann. Ich sage dann gerne: „Lass alles los, was nicht zu Dir gehört, gibt es Mutter Erde, sie macht feinen Kompost daraus.

  1. Dazu streicht man mit der Feder von oben nach unten durch die Aura, rings um den Körper als würde man alles abkehren.
  2. Dann wird Salbei in der Räucherschale angezündet. Man braucht keine Räucherkohle dazu, weil der Salbei mit etwas Luft zufächeln oder pusten alleine glimmt.
  3. Jetzt beginnst du an den Füßen und verteilst mit der Feder den Rauch rund um den Körper, von unten nach oben. Das lässt dich klar in deiner eigenen Energie und Kraft sein, wie ein Mantel, der sich um dich legt.

Ich habe die Aurareinigung mit Salbei gelernt. Ob es der Weiße Salbei, ein einheimischer oder einer aus Kreta ist, ist nicht wichtig. Sie haben alle ihre wunderbare Reinigungskraft mit verschiedenen Facetten. Manchmal gebe ich etwas Beifuß dazu, das ist hier im Mitteleuropa unsere traditionelle Reinigungspflanze. Aber sonst nichts. Da habe ich Respekt vor den Ritualen der Indigenen, von denen ich es gelernt habe und die es über Generationen so übermittelt haben.

Es ist schön, dass Du nach der Aurareinigung gefragt hast. Ich finde es schön, wenn viele davon erfahren und sie auch anwenden. Es hilft uns hier auf der Erde gut zurecht zu kommen und die eigenen Aufgaben gut zu meistern.

 

Machst du auch Vorträge und bietest du auch Workshops an, z. B. wie man selbst Räucherbündel und Räuchersticks herstellen kann? Oder wo kann man dich persönlich treffen (Vorträge, Seminare, Lesungen …)?

Hmm, das Thema steht noch so ein bisschen in den Sternen. Im Moment mache ich wenig Vorträge und Seminare. Allerdings wenn ich was mache, dann macht es mir viel Spaß. Ich mag das organisieren nicht, es fällt mir überhaupt nicht leicht. Also komme ich zu Vorträgen und Seminaren, wenn ich eingeladen werde. Wir haben hier im Plauen das Pfaffengut, da bin ich zum Beispiel am 21. Januar 2017 zum Räuchern für den Jahresbeginn.

Also, wer mir begegnen möchte oder es unterstützen mag, kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen.

Ich habe ja ein paar Filmchen im YouTube stehen, bei denen ich etwas zeige oder erkläre. Da habe ich noch ein paar Themen im Hinterkopf, zu denen ich auch gerne einen Beitrag machen möchte.

Wenn ich also Zeit und Muße habe, gibt es immer mal was Neues. Und mit der Zeit werde ich da hoffentlich immer freier…

Manchmal gibt es irgendwo in mir die Idee meine Erfahrungen und mein Wissen zu Buche zu bringen, ein Loblied an die Düfte der Natur, Inspirationen für den spirituellen Alltag … oder so. Gerade die Spiritualität im Alltag ist mir ein Anliegen, sie soll eben nichts abgehobenes sein, sondern uns begleiten und unterstützen bei den täglichen Herausforderungen. Wir sind alle spirituelle Wesen. Da bin ich auch offen für Unterstützung.

 

Wo kann man dich denn im Netz finden?

Ich habe schon viele Jahre meine Internetseite www.mondfee.de  und sie ist voller Informationen gerade, aber nicht nur, für Räucheranfänger.

Auch bin ich dabei einen neuen Shop zu basteln, der bald online geht. Da freu ich mich drauf. Mir ist es wichtig viele Informationen zu vermitteln. Man kann ja die Pflanzen leider nicht riechen durchs Netzt, also muss man sich behelfen. Allerdings gibt es ganz schön wenig Begriffe, um Düfte zu beschreiben. Die Düfte sind so unglaublich vielfältig und facettenreich und dann gibt es irgendwie 20 Wörter um alles zu beschreiben.

Naja, da bleibt Dir nur eins: ausprobieren! Ich freu mich auf Dich und Euch!

Und wünsche alles Liebe und eine gute erfüllt Zeit!